Vorspruch

Für den Arbeiter
mit dem Intellektuellen
gegen den gemeinsamen Feind

Was soll ich denn lesen –?
Die paar Stunden,
die dir Fabrik und Schreibstube läßt,
kannst du seelisch wieder gesunden –
aber halt an deiner Gesinnung fest!
Biographien der Vaterlandsretter?
Nein.
Patriotisches Phrasengeschmetter?
Nein.
Deine Welt. Die Revolutionen.
Kolonialpolitik und Expeditionen.
Die Geschichte der Völker. Die Verbrechen des Staats.
Die echten Führer des Proletariats.
Die Russen. Petroleum. Der Kampf der Chinesen.
Das sollst du lesen.

Was soll ich denn lesen –?
Wellen und Wogen
von bravem Kitsch gehen über das Land.
Da wird den Frauen viel vorgelogen:
Tränenromane mit Ordensband…
Gesangverein? Gefühlsduselei?
Nein.
Die Kirchenkeuschheit der Polizei?
Nein.
Dein Weltbild – unverlogen und klar;
die alte Zeit, wie sie wirklich war;
die Geburt der Maschine, mit ihrem Fluche –
die Lehren mißglückter Befreiungsversuche.
Justiz. Amerika. Zeitungswesen.
Das sollst du lesen.

Es geht um das Glück, das sie deiner Klasse genommen.
Wissen ist Macht. Kämpfe!
Und sei willkommen!

Unter dem Pseudonym Theobald Tiger im Jahr 1929

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