Nieder, bzw. Hoch die Frauen!

Heute wollen wir ein Liedlein singen,
denn es muß einmal gesungen sein.
Pegasus, erhebe deine Schwingen –!
Wie wirds künftig mit den Frauen sein?
Sieh mal, allerorten sind sie drinnen
in dem weitverzweigten Tageslauf –
sie sind Aerzte und Budikerinnen –
Hört das etwa auf?

Wenn die Arbeitslosen, vollgegessen,
eines Tags so fett geworden sind,
daß man schon aus sportlichen Interessen
die Saison der Arbeit froh beginnt –:
geht die Frau dann in den alten Rahmen,
pflegt sie wieder den Familiensinn?
Schalterfräulein und die Botendamen
und die schiefbemützte Schaffnerin?

Dies macht Tigern mächtig großen Kummer.
Aber eines weiß er ganz genau:
daß da manche alte, dufte Nummer
ihm erhalten bleibt. Man braucht die Frau!
So zum Beispiel jene zur Verbreitung
unserer Presse an der Straßenbahn.
Sie verkauft die „Deutsche Tageszeitung“ –
Armes Weib – was hat man dir getan

Und dann die, die schon alt eingesessen.
Eine, die besitzt ein kleines Haus
auf dem Magdeburger Platz. Indessen
keine Staatsumwälzung holt die raus.
Damen gibt es, die sind unentbehrlich
in dem großen deutschen Staatenbau.
Manchem ist dies manchmal recht beschwerlich.
Ach ja, ja… Zum Beispiel: meine Frau…

(Aber dafür einen Kerl – das wäre dumm.
Nur: ich tauschte sie ganz gerne um.)

O Maries! Rosalien! Josephinen!
Müßt ihr wirklich so viel Geld verdienen?
Kehrt zurück in der Familien Schöße!
Küßt dem Mann die Stirn und bratet Klöße,
daß uns armen Männern dies nicht länger fehle:
heile Strümpfe und die liebend warme Seele!

Unter dem Pseudonym Theobald Tiger

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