Malwine

Ich habe mich deinetwegen
gewaschen und rasiert.
Ich wollte mich zu dir legen
mit einem Viertelchen,
mit einem Achtelchen –
Malwine!
Doch du hast dich geziert.

Der Kuckuck hat geschrien
auf deiner Schwarzwalduhr.
Ich lag vor deinen Knien:
“Gib mir ein Viertelchen!
Gib mir ein Achtelchen!
Malwine!
Ein kleines Stückchen nur!”

Dein Bräutigam war prosaisch.
Demselben hat gefehlt,
dieweil er mosaisch,
ein kleines Viertelchen,
ein kleines Achtelchen…
das hätt dich sehr gequält!

Du hast mir nichts gegeben
und sahst mich prüfend an.
Das, was du brauchst im Leben,
sei nicht ein Viertelchen,
und nicht ein Achtelchen…
das sei ein ganzer Mann -!

Mich hat das tief betroffen.
Dein Blick hat mich gefragt…
Ich ließ die Frage offen
und habe nichts gesagt.
Daß wir uns nicht besaßen!
So aalglatt war mein Kinn.
Nun irr ich durch die Straßen…
Malwine -!
und weine vor mich hin.

Unter dem Pseudonym Theobald Tiger im Jahr 1930