Der Angestellte, der etwas werden will

Der Angestellte, der etwas werden will, ist von beflissenem Eifer. Er steht kurz vor seiner Beförderung zum ( … nach Belieben auszufüllen). Dieser Angestellte ist schon eine Viertelstunde vor Beginn des Dienstes da und geht niemals mit den andern nach Hause, sondern bleibt, sehr wichtig mit einer Feder hinter dem Ohr, bis sieben Uhr des Abends. Der Angestellte, der etwas werden will, steckt auffallend viel mit den Prokuristen zusammen und schielt heimlichsehnsüchtig auf die Sondertoilette, die jene benutzen dürfen. Der Angestellte, der etwas werden will, hat manchmal schon etwas Herablassendes im Ton, wenn er mit den jüngeren Kollegen spricht. Er kritisiert niemals Maßnahmen der Geschäftsleitung, sondern findet selbst für die blödsinnigsten Anordnungen der Chefs immer irgendeinen Entschuldigungsgrund. Wenn das ganze Büro schreit: »Na, das versteh ich nicht!« – so sagt er mit einer gewissen Überlegenheit: »Wahrscheinlich sind die Chefs der Meinung, dass … « Der Angestellte, der etwas werden will, arbeitet musterhaft, mit zusammengepreßten Lippen, und achtet sehr darauf, dass kein anderer etwas werden kann.
Eines Tages wird seine Mühe gelohnt: er wird befördert. Es überrascht ihn wenig. Er sieht bereits darauf, die nächste Stufe zu erklimmen. Er ist mit Vorsicht zu genießen, weil er beim Klettern gern nach unten tritt.

Unter dem Pseudonym Peter Panter im Jahr 1924