Vielleicht ist es besonders vornehm

Vielleicht ist es besonders vornehm, einem Preisträger allemal etwas zu schenken, was er bestimmt nicht gebrauchen kann – das ist eben das Feine daran, würde Andersen sagen. Aber ihm zuzumuten, sich seine Zimmer mit Pokalen vollzustellen, aus denen nur Gespenster trinken können, und auch die nur, wenn sie sich den Hals ausrenken … das ist doch reichlich viel fürs Geld.

Unter dem Pseudonym Peter Panter im Jahr 1931

Wenn ein gutes Buch

Wenn ein gutes Buch von dreihunderttausend Leuten gelesen wird, so kann man darauf schwören, daß zweihundertachtzigtausend gar nicht das Kunstwerk lesen (und kaufen), sondern irgend etwas andres, irgend ein Ding, das sie sich zurechtgemacht haben. Sie lesen aus dem guten Werk für sich ein schlechtes heraus.

Unter dem Pseudonym Peter Panter im Jahr 1914

Manchmal, o glücklicher Augenblick

Manchmal, o glücklicher Augenblick, bist du in ein Buch so vertieft, daß du in ihm versinkst – du bist gar nicht mehr da. Herz und Lunge arbeiten, dein Körper verrichtet gleichmäßig seine innere Fabrikarbeit, – du fühlst ihn nicht. Du fühlst dich nicht. Nichts weißt du von der Welt um dich herum, du hörst nichts, du siehst nichts, du liest. Du bist im Banne eines Buches.

Unter dem Pseudonym Kaspar Hauser im Jahr 1932

Eine Parfümflasche ist zerbrochen

Eine Parfümflasche ist zerbrochen, das gute Laken hat einen grünlichen Fleck, ein Geruch steigt auf, und jetzt erinnert sich die Nase. Die hat das beste Gedächtnis von allen! Sie bewahrt Tage auf und ganze Lebenszeiten; Personen, Strandbilder, Lieder, Verse, an die du nie mehr gedacht hast, sind auf einmal da, sind ganz lebendig, guten Tag!

Unter dem Pseudonym Peter Panter im Jahr 1927